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Verantwortung und Bewußtsein



  • Die Abwasserableitung und Schmutzwasserbehandlung des EVB Wismar macht die Grundlage für eine umweltgerechte Stadthygiene aus.

  • Viele Menschen nutzen unser wertvollstes Gut, das Wasser, ganz selbstverständlich zum Waschen, Duschen und bei der Toilettenbenutzung oder zum Reinigen von Haushalt und Pkw.

  • Das verbrauchte, meist schmutzige Wasser läuft über die Sanitäranlagen ab. Schnell gerät der lange Weg, den unsere Abwässer über die Kanäle bis zur Kläranlage und schließlich in unseren natürlichen Vorfluter — die Ostsee — zurücklegen, in Vergessenheit.

 

Die Wasserkunst auf dem Marktplatz von Wismar
 
Die Wasserkunst auf dem Marktplatz von Wismar und der Wismarer Hafen.
Regenwasser

  • Jährlich fallen im Gebiet der Wismarbucht durchschnittlich 600 mm Niederschlag. Bei einer Größe des Stadtgebietes von 41,3 Quadratkilometern entspricht das einer Wassermenge von 24.780.000 Kubikmetern/Jahr. Die Dockhalle der "Aker MTW" hat im Größenvergleich dazu ein Volumen von ca. 4.408.200 Kubikmetern, das kommt etwa einem Fünftel des jährlichen Niederschlagvolumens gleich.

  • Aufgrund der starken Flächenversiegelung im Stadtgebiet, fließt ein Großteil der Niederschläge oberflächig ab. Die restliche Menge wird durch Verdunstung bzw. Versickerung dem Wasserkreislauf zugeführt. Für die geordnete Niederschlagsableitung stehen in Wismar umfangreiche Abschnitte des ca. 250 km langen Kanalnetzes sowie insgesamt 37 km Fließgewässer zur Verfügung. Dazu zählen unter anderem der/die:
    - Wallensteingraben
    - Köppernitz
    - Volkshausgraben
    - Wolfsburger Graben
    und letztendlich die Ostsee.

  • Das von Niederschlägen aus dem Bereich bebauter oder befestigter Flächen abfließende und gesammelte Wasser gilt dem Gesetz nach als Abwasser und ist damit Gegenstand der Abwasserbeseitigungspflicht. Hinter dieser gesetzlichen Regelung steht die Erkenntnis, dass die reine Ableitung der Regenabflüsse signifikant negative Auswirkungen auf den natürlichen Wasserhaushalt haben kann, wie zum Beispiel:
    - Verschärfung der Hochwasserabflüsse
    - Verminderung der Grundwasserneubildung und der damit
       verbundenen Niedrigwasserführung in Gewässern
    - Verschmutzung der oberirdischen Gewässer

  • Um diesen negativen Effekten entgegenzuwirken, sind in den letzten Jahren eine Reihe von Ingenieurbauwerken geschaffen worden. Besonders hervorzuheben sind an dieser Stelle die Regenwasserrückhaltebecken mit Klärwirkung. Bei diesen Becken wird das Regenwasser zwischengespeichert, dabei haben im Wasser enthaltene Sinkstoffe Zeit zum Sedimentieren. Verschmutzungen durch Schwimmstoffe (Leichtflüssigkeiten) werden durch konstruktive Maßnahmen bei der Beckengestaltung zurückgehalten. Anschließend erfolgt eine kontrollierte Wasserabgabe an die vorhandenen Vorflutsysteme.

  • Eine weitere Möglichkeit zur Verringerung negativer Einflüsse auf den Wasserhaushalt stellt die dezentrale Versickerung dar. Voraussetzung dafür ist jedoch eine gute Wasserdurchlässigkeit des anstehenden Bodens. Im Gebiet der Hansestadt Wismar trifft man weiträumig Geschiebemergel an, der aufgrund seiner Bodenkennwerte einer breitflächigen Anwendung der Versickerung entgegensteht. Ein weiteres Problem für die Anwendung der Versickerung im städtischen Raum stellen die beengten Platzverhältnisse dar. Aus diesen Gründen findet diese preiswerte und ökologisch sinnvolle Form der Niederschlagsableitung in Wismar kaum Anwendung.

  • Als wichtigste Voraussetzung zur Entlastung unserer Vorfluter ist jedoch die unter "Kanalnetz" beschriebene Umstellung von Misch- auf Trennsystem zu nennen. Denn erst die getrennte Erfassung der Abwasserströme (Schmutz- und Regenwasser) ermöglicht eine gezielte, dem Verschmutzungsgrad angepasste Behandlung der verschiedenen Abwässer. Die zuständigen Fachingenieure des EVB haben frühzeitig die Vorteile des Trennsystems für die Stadtentwässerung in Wismar erkannt und in die Tat umgesetzt. Die ersten Erfolge der Durchsetzung des Trennsystems sind bereits spürbar. Eine konsequente Weiterführung des Umstellungsprozesses ist als Garant für einen wirtschaftlichen Betrieb der Stadtentwässerung zu sehen und trägt nicht zuletzt zur Sicherung günstiger Abwassergebühren bei.

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